Knapp drei Wochen nach dem verheerenden Bergsturz haben die Behörden erste Pläne für den Wiederaufbau von Blatten im Wallis präsentiert. Das zerstörte Dorf soll in mehreren Phasen neu entstehen. Laut Gemeinde-Verantwortlichen könnten erste Bewohner ab 2030 zurückkehren. Bis dahin sollen der Dorfkern freigelegt, die Weiler Eisten und Weissenried wieder erschlossen und Neubauten errichtet werden. «Für die jungen Menschen wird das dann das alte Blatten sein», erklärte Gemeindepräsident Matthias Bellwald. Das berichtet Nau.ch.
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Die Pläne stiessen bei einer Versammlung auf grossen Zuspruch: Die Bevölkerung honorierte die Vision der Behörden mit im Stehen dargebrachtem Applaus. Dennoch bleiben Zweifel, ob sich das Vorhaben wie geplant umsetzen lässt. Das Zofinger Tagblatt verweist darauf, dass Fachleute das Abtragen der gewaltigen Geröllmassen als aufwendig bis unmöglich einschätzen. Der Wiederaufbau hänge zudem von komplexen Massnahmen zur Risikominderung ab, etwa der Sicherung des Tännbachs und der kontrollierten Entleerung neu gebildeter Seen.
Politische Unterstützung ist zugesagt: Der Walliser Grosse Rat fordert rasche gesetzliche Anpassungen, um neue Bauzonen ausweisen und Naturgefahrenkarten aktualisieren zu können. Der Kanton plant einen Verpflichtungskredit von zehn Millionen Franken, vom Bund fliessen weitere fünf Millionen als Soforthilfe. Bundesrat Albert Rösti versprach Hilfe, damit die Vision Wirklichkeit werden kann.