Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Donnerstag ein neues Modell für den freiwilligen Wehrdienst vorstellen. Ziel ist es, junge Franzosen militärisch auszubilden und damit die Reservekräfte zu stärken. Anders als frühere Vorschläge aus dem Elysée geniesst dieses Vorhaben eine breite Zustimmung über das politische Spektrum hinweg – von Konservativen bis zur sozialistischen Opposition.
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Macrons Vorstoss kommt zu einem Zeitpunkt wachsender sicherheitspolitischer Spannungen. Laut Politico steht hinter dem Projekt die Absicht, die Streitkräfte im Hinblick auf eine mögliche militärische Konfrontation mit Russland zu verstärken. «Frankreich ist nicht allein mit dem Gedanken, die Nation über das aktive Militär hinaus zu mobilisieren – das ist heute angesichts der klaren russischen Bedrohung besonders relevant», sagte die sozialistische Senatorin Hélène Conway-Mouret.
Konkret plant Paris, die Zahl der Reservisten von derzeit 44.000 auf 105.000 bis 2035 mehr als zu verdoppeln. Auf eine allgemeine Wehrpflicht will Macron zwar verzichten, doch die Ausbildung soll ernsthaft und umfassend erfolgen. Begleitet wird das Vorhaben von einer Gesetzesreform, die noch im Dezember eingebracht werden soll.