Nach massiven Angriffen auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht fordert die Gewerkschaft der Polizei ein Umdenken in der Politik. In Berlin wurden laut Polizeibilanz rund 4300 Beamte eingesetzt, rund 30 von ihnen wurden verletzt. Laut GdP-Sprecher Benjamin Jendro sind Polizisten gezielt «in den Hinterhalt gelockt» worden. «Viele trauen sich in Berlin nicht mehr auf die Strasse», sagte er gegenüber T-online.
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Jendro plädiert für ein bundesweites Böllerverbot oder zumindest drastische Einschränkungen beim Verkauf von Pyrotechnik. Kritik richtete er auch an Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der sich zuletzt gegen ein generelles Verbot ausgesprochen hatte. «Wir schätzen Kai Wegner, aber seine persönliche Meinung zum Böllerverbot sollte er hier hintanstellen.»
Trotz intensiver Vorbereitungen – darunter das Einziehen von Hunderttausenden illegalen Böllern – kam es zu rund 800 Ermittlungsverfahren und 430 Festnahmen in der Hauptstadt. Die Polizei spricht von einem Einsatzniveau ähnlich dem Vorjahr – Jendro sieht das als klares Warnsignal: «Das ist nicht normal, was in Berlin passiert ist.»