Das Vertrauen, das die SP der EU entgegenbringt, kennt keine Grenzen. Schwarz auf weiss zeigt sich das jetzt beim Fall Jacques Baud. Die EU hat den ehemaligen Schweizer Oberst im Generalstab vor Weihnachten auf ihre Sanktionsliste gesetzt, weil Baud russische Propaganda verbreitet haben soll, so der Vorwurf.
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Die SP-Genossen zeigen Sympathien für das Vorgehen der EU gegen Baud. «Angesichts der genannten Tatsachen erscheint die Aufnahme auf die Sanktionsliste angemessen», sagt Clément Borgeaud, Mediensprecher im Zentralsekretariat der Partei.
Die Weltwoche wollte auch von Co-Parteipräsident Cédric Wermuth wissen, weshalb die SP die Sanktionen als richtig erachtet. Wermuth jedoch reagierte nicht auf Anfragen dieser Zeitung.
Schon neulich hatte eine Pressesprecherin der Sozialdemokraten die Brüsseler Massnahmen gegen Baud als «berechtigt» bezeichnet. Das war offenbar kein Ausrutscher, wie spätestens jetzt feststeht.
Damit ist klar: Die SP findet offensichtlich Gefallen daran, dass die EU einen Schweizer Staatsbürger massiv drangsaliert – Bauds Konten sind eingefroren, Brüssel hat ihn zudem mit einer Einreisesperre für den EU-Raum belegt. Für die Genossen ist das kein Problem.