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Amt, Aufgaben, Altwerden: Warum der Rückzug von Joe Biden aus dem Präsidentschaftsrennen länger dauerte, als viele dachten

Biden zu beobachten – schreibt die Washington Post – breche einem nahezu das Herz. Das ist wohl so.

Der amerikanische Präsident bietet seit geraumer Zeit ein Bild des Jammers – und das nicht erst seit dem desaströsen Fernsehduell mit Donald Trump. Er läuft schlecht, unsicher und wackelig; unser Mundartbegriff des Täppelens trifft diese eingeschränkte Bewegungsart wohl am besten.

Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved.
FILE - President Joe Biden pauses as he speaks at a news conference Thursday July 11, 2024, on the final day of the NATO summit in Washington
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Seine Mimik gibt es eigentlich nicht mehr; sein Gesichtsausdruck ist steif, monoton und bewegungslos. Insgesamt wirkt er wie erstarrt. Eigentlich müsste es auch für ihn eine Erlösung sein, zurückzutreten und es sich auf seinem Alterssitz in Delaware bequem zu machen.

Doch nein: Er hält an Amt und Aufgabe fest. Das ist mittlerweile egoistisch und verantwortungslos – gegenüber seinem Land und der ganzen westlichen Welt. Es ist ein Ausdruck von Altersstarrsinn. Letzteres belegt auch sein zunehmender Ärger gegenüber jenen, die es gut mit ihm meinen und ihn zu einem Rücktritt bewegen wollen, bevor es zu spät ist und nur noch peinlich. Barack Obama zum Beispiel oder nun auch Nancy Pelosi.

Offenbar fehlt aber Biden die Souveränität und auch die Weisheit des Alters mit der Einsicht, dass er sein Amt und seine Aufgaben nicht mehr adäquat ausfüllen kann. Klar: Den Verfall der eigenen Kräfte anzuerkennen und daraus dann auch die Konsequenzen zu ziehen, ist immer schwer. Ein Rücktritt – wovon auch immer – fällt allen Menschen schwer, ob Politiker oder Fussballer, Firmenchef oder Schauspielerin.

Und je höher man auf der Erfolgsleiter war, je mehr man im Rampenlicht stand und von Beifall umgeben war, desto schwieriger ist es, sich plötzlich in einem Leben zu wiederzufinden, das auf all diese Aufmerksamkeit verzichten muss. Aber den Zeitpunkt für diese Entscheidung zu verpassen, ist letztlich noch schwerwiegender, weil es mit dem Verlust von Respekt und Würde verbunden ist.

Nun hat Biden am Abend noch die Kurve gekriegt – aber nicht aufgrund weiser Einsicht, sondern weil schlicht und einfach der Druck von seinen Parteikollegen zu gross wurde.

Damit hat er die historische Chance eines würdevollen Abschieds verpasst.

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