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Altbundespräsident Joachim Gauck sagt, die Ostdeutschen wüssten nicht, «wie Demokratie geht». Versteht er sie selbst?

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Altbundespräsident Joachim Gauck sagt, die Ostdeutschen wüssten nicht, «wie Demokratie geht». Versteht er sie selbst?
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Joachim Gauck ist lupenreiner Ossi. Schule, Studium, Beruf – den ersten Teil seines Lebens verbrachte der 1940 in Rostock geborene Altbundespräsident in der DDR.

Joachim Gauck hat ein Problem mit Ossis. Unvergessen, dass er die Bewohner der östlichen Bundesländer in «Dunkeldeutschland» verortete. Finster und undemokratisch – im Gegensatz zum hell strahlenden Westen.

Paul Glaser/DPA/Keystone
Altbundespräsident Joachim Gauck.
Paul Glaser/DPA/Keystone

Nun hat er es wieder getan. Bei einer Veranstaltung – im Westen – erklärte Gauck die Erfolge der AfD im Osten damit, dass die Leute dort eben nicht wüssten, «wie Demokratie geht». Der Grund: Nur im Westen seien nach dem Zweiten Weltkrieg genug Menschen übriggeblieben, die etwas von Demokratie verstanden hätten.

Gauck scheint zu vergessen, dass sich die Bürger der DDR die Demokratie erkämpften, indem sie unter grossem persönlichen Risiko auf die Strassen gingen und der Staatsmacht trotzten.

Die Bürger der Bundesrepublik hingegen bekamen die Demokratie von den USA quasi geschenkt – ob sie wollten oder nicht. Wer weiss, ob sie sich durchgesetzt hätte, wäre sie nicht mit Wohlstand und Wirtschaftswunder verknüpft gewesen.

Kann es sein, dass derjenige nicht weiss, wie Demokratie geht, der einer ganzen Bevölkerung diese Fähigkeit abspricht? Dann hätte Gauck wenigstens bei einer Person recht – bei sich selbst.

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