Erstmals seit Beginn ihres Einsatzes Mitte August tritt die Nationalgarde in der US-Hauptstadt nun sichtbar bewaffnet auf. Am Sonntagabend wurden Einheiten mit M17-Pistolen und M4-Gewehren auf den Strassen von Washington, DC, gesichtet. Die «Joint Task Force – National Capital Region» bestätigte, dass Truppen fortan mit Schusswaffen patrouillieren. Zudem sei es in bestimmten Situationen möglich, Personen festzusetzen, bis die Polizei eingreife, berichtet der Spiegel.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
Laut der Washington Post soll der Schritt auf eine Anordnung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zurückgehen, der die Massnahme am Freitag in Kraft setzte. Der US-Sender NBC berichtet, dass der Waffeneinsatz auf Fälle unmittelbarer Gefahr von Tod oder schwerer Verwundung beschränkt bleibe und vorrangig dem Eigenschutz der Soldaten diene.
US-Präsident Donald Trump hatte in Washington einen Kriminalitätsnotstand ausgerufen. Seit dem 11. August waren zunächst unbewaffnete Truppen in Schutzkleidung im Einsatz. Nun folgt eine sichtbare Ausweitung.
Trump erklärte am Donnerstag bei einem Besuch in einer Polizeistation: «Die Stadt ist wie ausgewechselt. Alle sind jetzt sicher.» In den kommenden Wochen könnten laut Medienberichten ähnliche Massnahmen auch auf weitere Städte wie Chicago oder Baltimore ausgeweitet werden. Dort regt sich politischer Widerstand: Hakeem Jeffries, der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, kritisiert die mögliche Verlagerung von Bundestruppen ohne formalen Notstand.