In der Business-Klasse fliegt es sich besser: Das wissen die Beamten in Guy Parmelins Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Bei Reisen, die länger als neun Stunden dauern, schätzten sie es, nicht in der Holzklasse unterwegs zu sein.
Doch damit könnte bald fertig sein. Das Umweltdepartement (Uvek) des SVP-Bundesrats Albert Rösti hat jüngst den Mobilitätsplan für die Bundesverwaltung revidiert, wie Blick zuerst berichtet hat.
© KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Pläne sehen vor, dass Bundesbeamte künftig «standardmässig in der Economy-Klasse» fliegen sollen, heisst es im Massnahmenplan, den das Departement hat erstellen lassen und den die Weltwoche, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, einsehen konnte.
In Parmelins WBF sehen Mitarbeiter ihre bisherigen Privilegien in Gefahr. «Dienstreisen mit dem Flugzeug erfolgen nicht zum Vergnügen der Mitarbeitenden. Eine effiziente An- und Rückreise ist daher – insbesondere auch aus Sicht der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers – unabdingbar», so das WBF-Generalsekretariat in seiner Stellungnahme.
Die entsprechende Formulierung zur Economy-Klasse sei «zu streichen oder anzupassen», mokierten sich Parmelins Beamte und verwiesen darauf, dass der Bundesrat in dieser Angelegenheit keinen Entscheid gefällt habe.
In Röstis Uvek geniesst ökologisches «Mobilitätsverhalten», wie es in der Beamtensprache heisst, hohe Priorität. Als Ziele des Massnahmenplans werden etwa «minimale Emissions- und Kostenfolgen» genannt. Auch hier zeigen sich Parmelins Beamte verärgert. In den Plänen des Uvek sehen sie die persönlichen «Freiheitsrechte der Mitarbeitenden» in Gefahr.