«Wählt keinen Albaner!» Nein, so darf man sich im Jahr 2026, zu Recht, natürlich nicht äussern.
«Wählt einen Albaner, weil er Albaner ist!» – das hingegen scheint kein Problem zu sein.
Das zumindest fand der Rapper EAZ, bürgerlich Arber Rama, und nahm zusammen mit dem albanischstämmigen FDP-Kandidaten für das Zürcher Stadtratspräsidium, Përparim Avdili, gleich einen Song auf. «Ëine von ois» lautete der Titel des Lieds.
Bilder: Urs Flüeler/Keystone, Michael Buholzer/Keystone
Inklusive Wahlempfehlung, weil er als Albaner stolz sei, dass ein Albaner Stadtpräsident werden wolle.
Bis der Rapper dann einmal die politischen Positionen von Përparim Avdili studierte und ihn daraufhin nicht mehr so toll fand. Wobei er gleichzeitig bemerkte: «Ich habe keine Ahnung von Politik, und ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht.»
Den logischen Widerspruch bemerkte er anscheinend nicht: Wie kann man die politische Positionierung von jemandem nicht o. k. finden, wenn man kein Interesse an Politik hat?
Der Hintergrund: Offenbar vertritt Avdili Positionen, welche ein gebürtiger Muslim nicht vertreten sollte. Dieser Ansicht scheinen zumindest gewisse muslimische Kreise zu sein. Und dass die Gesellschaft Schweiz–Israel einst eine Wahlempfehlung für ihn aussprach, macht ihn in den Augen dieser Kreise wohl erst recht unwählbar.
Und so kommt es, dass ein Muslim, welcher gemäss eigenem Bekunden keine Ahnung von und kein Interesse an Politik hat, einen «Landsmann» – EAZ stammt zwar aus dem Kosovo und Avdili aus Nordmazedonien – erst zur Wahl empfiehlt und ihn dann aus politischen Gründen fallen lässt.
Und dies nicht wegen irgendwelcher Fragen betreffend Zürich, denn davon hat der Rapper ja eingestandenermassen keine Ahnung. Sondern weil der Politiker, welcher wohlgemerkt Zürcher Stadtpräsident und nicht Chefunterhändler im Nahen Osten werden will, eine Position zum Nahostkonflikt vertritt, welche gewissen muslimischen Kreisen missfällt.
Ein schweizerischer Muslim, der Israel nicht das Existenzrecht abspricht, scheint in diesen Kreisen nicht wählbar zu sein.
Und der bange Stimmbürger fragt sich nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung: Wann sind wir so weit, dass auch die Schweizer Politik von irgendwelchen Mullahs bestimmt wird?