Es ist also passiert. Trump hat Putin getroffen. Nach über 1100 Tagen Krieg war das überfällig. Denn jeder weiss: Über Krieg und Frieden wird letztlich in Moskau und Washington entschieden. Nicht in Kiew. Und schon gar nicht in Paris oder Berlin. Diese Tatsache muss man zur Kenntnis nehmen, auch wenn sie einem nicht gefällt.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Denn Weltpolitik ist kein Wunschkonzert. Dass Europa eine so nebensächliche Rolle in dem nun Gestalt annehmenden Friedensprozess spielt, ist Ausdruck seiner Ohnmacht. Und die ist nicht das Produkt der letzten zehn Jahre. Europa hat sich in zwei Weltkriegen und durch ökonomische und politische Fehlentwicklungen selbst vom Spielfeld genommen. Deutschland hatte daran entscheidenden Anteil.
Dabei könnte Deutschland dennoch eine wichtige Nebenrolle spielen. Aufgrund seiner Geschichte und seiner geografischen Lage ist es dazu prädestiniert. Und frühere Bundesregierungen von Brandt bis Kohl haben das auch zu nutzen gewusst: für Entspannungspolitik oder im Zuge der Verhandlungen zur deutschen Einheit.
Nur leider hat man sich in Berlin selbst entmannt, indem man alle Brücken und Kanäle nach Russland unterbrochen hat. Machtpolitisch klafft ein Vakuum im Herzen Europas, das ganz Europa geradezu sediert. Es ist ein Drama. Nicht nur aus europäischer Perspektive.
Denn in einer multipolaren Welt könnte ein starkes Europa mit einem handlungsfähigen Deutschland in seiner Mitte eine wichtige moderierende Stimme sein. Das wäre von globaler Bedeutung. Vor allem aber auch für Europa und Deutschland selbst. Doch Deutschland hat sich abgeschafft. Auch politisch. In einer Zeit der aufgerissenen Gräben fehlt jetzt der Brückenbauer. Doch Anchorage zeigt, dass der Weg zum Frieden noch lang und steinig sein wird. Eine Chance, zumindest als Nebendarsteller auf die Bretter der Weltpolitik zurückzukehren.