Die USA haben erstmals einen militärischen Schlag auf venezolanischem Staatsgebiet durchgeführt. Nach Berichten von CNN und der New York Times wurde in diesem Monat eine Hafenanlage an der venezolanischen Küste mit einer Drohne angegriffen.
Das Ziel soll dem Drogenkartell «Tren de Aragua» als Umschlagplatz gedient haben, das von Washington als ausländische Terrororganisation eingestuft wird.
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Der Einsatz soll vom CIA durchgeführt und von US-Spezialeinheiten unterstützt worden sein. Nach US-Angaben befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs niemand auf dem Gelände. Es habe daher keine Todesopfer gegeben. Von der abgelegenen Hafenanlage aus seien Drogen gelagert und per Boot verschifft worden.
US-Präsident Donald Trump bestätigte den Angriff indirekt in mehreren öffentlichen Äusserungen. Am Rande eines Treffens mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu sprach er von einer «grossen Explosion» in einem Drogenhafen.
In einem zuvor wenig beachteten Radiointerview erklärte Trump, die Anlage sei «vor zwei Nächten ausgeschaltet» worden. Nach seinen Angaben soll der Angriff an Heiligabend erfolgt sein. Die CIA lehnte eine Stellungnahme ab.
Bislang hatten sich US-Einsätze offiziell auf Angriffe gegen mutmassliche Schmuggelboote in der Karibik beschränkt. Parallel zum Drohnenschlag bestätigten die US-Streitkräfte jedoch weitere Operationen: Im östlichen Pazifik wurde ein Boot auf einer bekannten Schmuggelroute angegriffen, zwei Verdächtige kamen dabei ums Leben.
Zudem beschlagnahmten die USA mindestens zwei Öltanker vor der Küste Venezuelas und verstärkten ihre militärische Präsenz in der Region mit zusätzlichen Soldaten, Kriegsschiffen und einem Flugzeugträger.