Johann Wadephul hat es nicht leicht.
Der erste CDU-Aussenminister seit Konrad Adenauer soll eine konservative Politikwende durchsetzen – mit einem Amt, in dem grüne Diplomaten dominieren.
Sein zweites Problem ist sein Kanzler. Von Friedrich Merz ist mittlerweile bekannt, dass er es mit Versprechen nicht so genau nimmt. Das ist dem seriösen Norddeutschen Wadephul zuwider.
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Was zum dritten Problem führt: Die Aufnahme von gefährdeten Afghanen in der Bundesrepublik, die von früheren Regierungen zugesichert wurde.
Obwohl es unpopulär ist, will Wadephul diese Zusagen einhalten. Deutschland, so seine Überzeugung, müsse international zu seinem Wort stehen.
Merz sieht das nicht so eng, macht Druck und stürzt Wadephul in ein Dilemma: Gibt er nach, ist die Bundesregierung gegenüber den Afghanen wortbrüchig. Bleibt er standhaft, bricht Merz sein nächstes Wahlversprechen.
Johann Wadephul hat es nicht leicht. Friedrich Merz tut sich da leichter.