Die AfD liegt im RTL/N-TV-Trendbarometer mit 27 Prozent erstmals drei Prozentpunkte vor CDU und CSU. Damit erreicht die Partei einen historischen Vorsprung gegenüber der Union auf Bundesebene. Die Unionsparteien verlieren einen Punkt und rutschen auf 24 Prozent. Kanzler Friedrich Merz büsst unterdessen weiter an Zustimmung ein: Nur noch 26 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden – ein neuer Negativrekord seit seinem Amtsantritt.
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Auch bei der Frage nach der Problemlösungskompetenz zeigt sich ein wachsender Vertrauensverlust der deutschen Bürger gegenüber der Union. Lediglich 18 Prozent trauen CDU/CSU zu, die Probleme des Landes zu lösen – ein Rückgang um einen Punkt. Die AfD kann dagegen auf 15 Prozent zulegen, ein Plus von zwei Punkten. 47 Prozent der Deutschen sehen überhaupt keine Partei, die sie für kompetent genug halten, die Herausforderungen im Land zu meistern.
Die SPD verharrt bei 13 Prozent, die Grünen steigen leicht auf 12 Prozent. FDP (3 Prozent), Linke (11 Prozent) und BSW (4 Prozent) bleiben stabil.
Beim Thema Sozialreformen zeigt sich eine gespaltene Stimmung: 54 Prozent fordern rasche Reformen noch in diesem Herbst, doch eine Mehrheit spricht sich gegen spürbare Einschnitte aus. Nur 41 Prozent befürworten Kürzungen im Bereich sozialer Sicherungssysteme. Der Reformdruck auf die Regierung Merz wächst – doch zugleich schwindet das Vertrauen in ihre Fähigkeit, diesen auch zu bewältigen.