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Es ist Samstag, 20. Dezember. Guten Morgen, herzlich willkommen im Adventskalender. Heute eine Geschichte aus der griechischen Mythologie Echo und Narziss. Echo, die schöne junge Frau hier links im Bild, offensichtlich unglücklich. Und Narziss, der nicht minder schöne Jüngling, der sich da übers Wasser und sein eigenes Spiegelbild beugt. Echo, ein ungewöhnlicher Name für eine junge Frau. Echo ist eine Nymphe und Nymphen sind eine Art junge Göttinnen mit wenig Macht. ziemlich weit unten in der griechischen Götter-Hierarchie. Aber Nymphen sind eben immer jung und immer schön und das war auch bei der Nymphe Echo so. Echo hat eine traurige Geschichte, aber davon ein andermal vielleicht im nächsten Adventskalender. Wir sprechen heute von Narziss, vom Jüngling, auch sein Name wurde ja unsterblich. Narziss ist der Sohn des Flussgottes Kephisos und der Wassernymphe Leiriope. Schon mit 16 Jahren sei er so attraktiv gewesen, dass ihm die Mädchen scharenweise zu Füssen fielen. Übrigens nicht nur die Mädchen, in Liebesfragen funktionieren die alten Griechen ziemlich unorthodox. Aber Narzissus fand sich selbst derart schön, dass er niemanden erhörte. Nicht einmal die schöne Nymphe Echo. Auch die verschmähte er. Wir sehen sie hier im Bild, wie unglücklich sie ist. Dieses überhebliche Getue von Narzissus erzürnte die Rachegöttin Nemesis. Sie bestrafte ihn mit folgendem Fluch. Er werde niemals geliebt werden von der, die er liebt. Und Narzissus kam eines Tages zu einem Teich und wollte vom Wasser trinken. Und da sah er darin sein eigenes, schönes Gesicht. Und Narzissus verliebte sich unsterblich in sich selbst. Und er war so verliebt, dass er gar nicht mehr bemerkte, dass es sein eigenes Gesicht ist. Er verzweifelte daran, dass dieses geliebte Gesicht nicht mit ihm sprach, ihm keine Antwort gab. Er konnte es auch nicht berühren, er konnte es nicht festhalten, nicht umarmen. Und da geschieht das Unglück, er fällt ins Wasser. und ertönt. Er trinkt. In seinem eigenen Spiegelbild sozusagen. Sein Leib wird nie gefunden, aber an genau dieser Stelle blühte später eine ganz besondere Blume, leuchtend gelb und glockenförmig. Ja, den Namen hast du wohl schon erraten. Die Narzisse. Das ist die Geschichte von Echo und Narziss, vom Jüngling, der sich in sich selbst verliebte. Und ihm verdanken wir den drittletzten Tagestipp dieses Adventskalenders. Sei nicht selbst verliebt. Verliebe dich nicht in dein eigenes Spiegelbild. Sonst verpasst du die Welt, die Menschen um dich herum auch und du verpasst den einen Menschen, der dich wirklich liebt. Du siehst ihn nicht, weil du immer nur dich selbst siehst, weil du immer nur mit dir selbst beschäftigt bist, mit den Dingen, die du an dir gut findest, mit deinen Stärken, mit deinen Erfolgen. Sei nicht wie dieser Narzissus. Sei nicht selbstverliebt. Soviel für heute. Morgen gehen wir an einen anderen Ort. An jenen Ort, an dem Sie, Du, ich, wir alle einen Drittel unseres ganzen Lebens verbringen und wir sprechen darüber mit demjenigen Mann, der dafür sorgt, dass man sich dort auch richtig wohl fühlt. Bis dann, alles Gute, einen ego-reduzierten Tag und auf Wiedersehen.

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Adventskalender – 20. Dezember

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