Die Empörung ist gross, die Fronten verhärten sich: Nach der umstrittenen Stadtbild-Bemerkung von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Migrationspolitik hat SPD-Chef Lars Klingbeil mit einem Seitenhieb auf dem X-Kanal des Finanzministeriums reagiert. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sieht darin eine «implizite Unterstellung rassistischer Motive» und fordert Konsequenzen: «Ein Vizekanzler, der auf einem Kanal seines Ministeriums dem Bundeskanzler implizit eine rassistische Motivation unterstellt, wäre mehr als ein guter Grund, diesen Vizekanzler achtkantig aus der Regierung zu werfen», schreibt er auf X.
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Klingbeil hatte bei einem Gewerkschaftskongress erklärt: «Ich möchte in einem Land leben, bei dem nicht das Aussehen darüber entscheidet, ob man ins Stadtbild passt oder nicht.» Und warnte davor, in der Politik erneut in «wir» und «die» zu unterteilen. Merz hatte zuvor erklärt, «wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem», und dies auf Menschen bezogen, die ohne Aufenthaltsstatus seien und sich nicht an Regeln hielten.