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Achillesferse Dünger: Wie der Iran-Konflikt die Welternährung bedroht

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Achillesferse Dünger: Wie der Iran-Konflikt die Welternährung bedroht
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Der aktuelle Konflikt um den Iran betrifft nicht nur die Märkte für Öl und Gas, sondern wirkt sich auch auf die Produktion von Düngemitteln und damit auf die weltweite Lebensmittelversorgung aus. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf die nigerianische Landwirtschaftsbank berichtet, führen Lieferverzögerungen aus China und Russland bereits zu spürbaren Engpässen. Laut Bankchef Ayo Sotinrin verzögern sich insbesondere Lieferungen von Phosphatdüngern, Ammoniumsulfat und Kali. Für viele Länder hat dies direkte Folgen, da sinkende Düngermengen die landwirtschaftlichen Erträge reduzieren.

Jan Woitas/DPA/Keystone
«Stille zweite Krise»: Der nächste verursachte Preisschock kommt nicht nur aus der Zapfsäule – sondern auch vom Acker.
Jan Woitas/DPA/Keystone

Der Zusammenhang zwischen Energie und Ernährung ist technischer Natur: Die Herstellung von Stickstoffdünger basiert massgeblich auf Erdgas. Steigen die Gaspreise oder verknappt sich das Angebot, erhöht dies die Produktionskosten für Dünger oder führt zu einem Rückgang der Produktion. In der Folge sinken die Ernteerträge, was wiederum die Lebensmittelpreise beeinflusst. Eine Analyse von France-Soir beschreibt diese Entwicklung als eine «stille zweiten Krise» hinter dem Energieschock. Die wachsende Gefahr vor einer Düngermittelknappheit werde zur «Achillesferse der globalen Ernährungssicherheit». Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) beziffert das Risiko konkret: Ein Mangel an Stickstoffdünger könnte die Maiserträge um mehr als 40 Prozent senken.

Die globale Versorgung hängt dabei von einer geringen Anzahl an Staaten ab. Während weltweit jährlich rund 200 Millionen Tonnen Mineraldünger eingesetzt werden, konzentriert sich die Produktion auf wenige Regionen. Russland nimmt eine zentrale Rolle im Export ein, während Kanada und Belarus den Kalimarkt prägen. Marokko verfügt über die grössten Phosphatvorkommen. Gleichzeitig beanspruchen bevölkerungsreiche Staaten wie China und Indien einen erheblichen Teil der globalen Produktion für den eigenen Bedarf, was den Spielraum auf dem Weltmarkt weiter einschränkt.

Diese starke Bündelung macht das System störanfällig: Treffen mehrere Faktoren zusammen – wie Konflikte, unterbrochene Transportwege und steigende Gaspreise –, reicht dies, um gesamte Lieferketten zu unterbrechen. Die aktuelle Lage im Nahost-Konflikt zeigt damit eine unbequeme Wahrheit: Der nächste verursachte Preisschock kommt nicht nur aus der Zapfsäule – sondern auch vom Acker.

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