Die Zukunft der Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide steht angesichts massiv eingebrochener Verkaufszahlen und eines eskalierenden Gewerkschaftsstreits zunehmend in Frage. Dies berichtet das Onlineportal Telepolis. Knapp vier Jahre nach der Eröffnung gerät das Werk wirtschaftlich unter Druck.
In Europa sind die Tesla-Verkäufe 2025 um rund 40 Prozent eingebrochen, in Deutschland sogar um fast 50 Prozent. Insgesamt setzte der US-Elektroautobauer in Europa nur noch etwa 235.000 Fahrzeuge ab – weniger als in den Jahren vor dem Produktionsstart in Grünheide, als Tesla ausschliesslich importierte. Gleichzeitig wächst der Markt für Elektroautos insgesamt, wodurch Tesla deutlich Marktanteile verliert.
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Besonders deutlich zeigt sich dies in Deutschland: Der chinesische Hersteller BYD überholte Tesla erstmals bei den Neuzulassungen. Während BYD seine Zulassungen stark ausbaute, sank Teslas Marktanteil auf 0,7 Prozent. Auch weltweit schwächelt der Konzern. Die Auslieferungen gingen 2025 zum zweiten Mal in Folge zurück, BYD zog bei reinen Elektrofahrzeugen vorbei.
Das Werk in Grünheide ist auf hohe Stückzahlen ausgelegt und kann theoretisch mehr als 375.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren. Tatsächlich liegt die Produktion laut Berichten deutlich darunter. Ein geplanter Ausbau erscheint vor diesem Hintergrund fraglich. Werksleiter André Thierig hatte erklärt, milliardenschwere Investitionen setzten klare Marktsignale voraus. Diese fehlten derzeit.