Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

5,6 Millionen Franken Steuergeld für Elektroautos: Wie der Bundesrat sich die harte Realität weichpolstert

Es gibt Entscheidungen, die riechen nach Vernunft. Und es gibt Entscheidungen, die duften nach Nappaleder, belüfteten Massagesitzen und Champagnerlaune auf Staatskosten.

Die jüngste Beschaffung des Bundes fällt eindeutig in die zweite Kategorie: 25 vollelektrische Luxuslimousinen vom Typ BMW i7 xDrive60 für schlappe 5,6 Millionen Franken. Nicht pro Fahrzeug – nein, das wäre ja unanständig –, sondern insgesamt. Also zirka 224.000 Franken pro Wagen. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass sich die Demokratie damit gleich viel komfortabler regieren lässt.

© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
KEYPIX - Bundeskanzler Viktor Rossi und der Bundesrat mit Beat Jans, Ignazio Cassis, Praesidentin Karin Keller-Sutter, Guy Parmelin, Elisabeth Baume-Schneider, Albert Roesti und Martin Pfister, von links, posieren vor einem point de presse im Rahmen der Bundesratsreise, am Donnerstag, 26
© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Was also braucht ein moderner Bundesrat 2025? Einen klaren Kompass? Solide Finanzen? Mehr Sicherheit auf den Strassen? Nein, offenbar dringender einen Luxusschlitten mit Massagefunktion, Kristallglas-Bedienelement und Nappaleder-Komfortsitzen, die weicher sind als die Schweizer Neutralität beim letzten Selenskyj-Treffen.

Die Ausstattung liest sich wie die Konfigurationsliste eines klimaneutralen Kalifen: digitale Duftsteuerung, Ambiente-Beleuchtung in fünfzehn Farben, und ein Panoramabildschirm für den Fond, damit der Chauffierte seine Netflix-Serie nicht unterbrechen muss, wenn gerade mal wieder ein Abstimmungssonntag dazwischenkommt.

Während der Bund bei Jugend und Sport kürzt und bei den Beamten jammert, wird im Bundesrat also künftig aristokratisch vorgefahren. Nur fliegen ist teurer.

Ein schwacher Trost! Denn: Weil alles «freihändig» beschafft wurde, also ohne Ausschreibung – offenbar mangels gleichwertiger Alternativen – erinnert die Vergabe verdächtig an die F-35-Kampfflugzeug-Show: exklusiv, geheimnisvoll – und am Ende weiss niemand, was wirklich drinsteckt.

224.000 Franken pro Auto? Schwamm drüber! Die F-35-Kampfjets kosten über 1,3 Milliarden mehr als geplant. Der Unterschied? Die BMWs können nicht schiessen. Noch nicht. Aber vielleicht lassen sie sich eines Tages nachrüsten – etwa mit einer Nebelgranatenfunktion bei kritischen Medienfragen und Schleudersitzen bei schlechten Umfragewerten.

Ach ja, natürlich geht es ums Klima! Offiziell. Inoffiziell geht’s um klimatisierte Hinterteile. Denn der i7 ist nicht irgendein Öko-Schlachtschiff– er ist das Batmobil für stromlinienförmige Bürokraten. Ein akustisch abgeschotteter Raumgleiter für jene, die lieber auf weichem Lederpolster denken als auf hartem Asphalt argumentieren.

Dieser BMW ist mehr als ein Auto. Er ist das passende Fahrzeug für Männer, die sich für unverzichtbar halten: Guy Parmelin, früher mit dem Traktor im Weinberg unterwegs, und Albert Rösti – sie waren die ersten Passagiere. Einer von ihnen hatte nach einer Woche schon Softwareprobleme. Offenbar hatte der Wagen Mühe, sich mit der SVP-Linie zu synchronisieren.

Und die Damen? Karin Keller-Sutter bleibt lieber beim Privatauto – oder mietet sich bei Bedarf einen Wagen samt Chauffeur aus der Ostschweiz. Sozusagen Föderalismus mit Anstand. Elisabeth Baume-Schneider bleibt dem Mercedes EQV treu. Das ist vermutlich einfach die Bodenhaftung einer Frau, die lieber Schwarznasenschafe zählt als Pferdestärken.

Die Schweiz 2025: Der Bundesrat gleitet emissionsfrei über die Schlaglöcher, die seine Politik hinterlässt. Der Steuerzahler zahlt, der BMW summt – und die Moral bleibt auf der Strecke.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.