Es gibt Entscheidungen, die riechen nach Vernunft. Und es gibt Entscheidungen, die duften nach Nappaleder, belüfteten Massagesitzen und Champagnerlaune auf Staatskosten.
Die jüngste Beschaffung des Bundes fällt eindeutig in die zweite Kategorie: 25 vollelektrische Luxuslimousinen vom Typ BMW i7 xDrive60 für schlappe 5,6 Millionen Franken. Nicht pro Fahrzeug – nein, das wäre ja unanständig –, sondern insgesamt. Also zirka 224.000 Franken pro Wagen. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass sich die Demokratie damit gleich viel komfortabler regieren lässt.
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Was also braucht ein moderner Bundesrat 2025? Einen klaren Kompass? Solide Finanzen? Mehr Sicherheit auf den Strassen? Nein, offenbar dringender einen Luxusschlitten mit Massagefunktion, Kristallglas-Bedienelement und Nappaleder-Komfortsitzen, die weicher sind als die Schweizer Neutralität beim letzten Selenskyj-Treffen.
Die Ausstattung liest sich wie die Konfigurationsliste eines klimaneutralen Kalifen: digitale Duftsteuerung, Ambiente-Beleuchtung in fünfzehn Farben, und ein Panoramabildschirm für den Fond, damit der Chauffierte seine Netflix-Serie nicht unterbrechen muss, wenn gerade mal wieder ein Abstimmungssonntag dazwischenkommt.
Während der Bund bei Jugend und Sport kürzt und bei den Beamten jammert, wird im Bundesrat also künftig aristokratisch vorgefahren. Nur fliegen ist teurer.
Ein schwacher Trost! Denn: Weil alles «freihändig» beschafft wurde, also ohne Ausschreibung – offenbar mangels gleichwertiger Alternativen – erinnert die Vergabe verdächtig an die F-35-Kampfflugzeug-Show: exklusiv, geheimnisvoll – und am Ende weiss niemand, was wirklich drinsteckt.
224.000 Franken pro Auto? Schwamm drüber! Die F-35-Kampfjets kosten über 1,3 Milliarden mehr als geplant. Der Unterschied? Die BMWs können nicht schiessen. Noch nicht. Aber vielleicht lassen sie sich eines Tages nachrüsten – etwa mit einer Nebelgranatenfunktion bei kritischen Medienfragen und Schleudersitzen bei schlechten Umfragewerten.
Ach ja, natürlich geht es ums Klima! Offiziell. Inoffiziell geht’s um klimatisierte Hinterteile. Denn der i7 ist nicht irgendein Öko-Schlachtschiff– er ist das Batmobil für stromlinienförmige Bürokraten. Ein akustisch abgeschotteter Raumgleiter für jene, die lieber auf weichem Lederpolster denken als auf hartem Asphalt argumentieren.
Dieser BMW ist mehr als ein Auto. Er ist das passende Fahrzeug für Männer, die sich für unverzichtbar halten: Guy Parmelin, früher mit dem Traktor im Weinberg unterwegs, und Albert Rösti – sie waren die ersten Passagiere. Einer von ihnen hatte nach einer Woche schon Softwareprobleme. Offenbar hatte der Wagen Mühe, sich mit der SVP-Linie zu synchronisieren.
Und die Damen? Karin Keller-Sutter bleibt lieber beim Privatauto – oder mietet sich bei Bedarf einen Wagen samt Chauffeur aus der Ostschweiz. Sozusagen Föderalismus mit Anstand. Elisabeth Baume-Schneider bleibt dem Mercedes EQV treu. Das ist vermutlich einfach die Bodenhaftung einer Frau, die lieber Schwarznasenschafe zählt als Pferdestärken.
Die Schweiz 2025: Der Bundesrat gleitet emissionsfrei über die Schlaglöcher, die seine Politik hinterlässt. Der Steuerzahler zahlt, der BMW summt – und die Moral bleibt auf der Strecke.