Die Landesregierung hat in ihrer ersten Sitzung nach dem Fels- und Gletscherabbruch entschieden, der Bevölkerung von Blatten unkompliziert und schnell zu helfen. Dafür sollen kurzfristig fünf Millionen Franken nach Blatten fliessen, ein Novum. Das Parlament soll noch in der laufenden Session die entsprechende Gesetzesgrundlage schaffen.
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Mit einem überzeugenden Auftritt haben Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter (FDP) sowie der zuständige Umweltminister Albert Rösti (SVP) sich klar zu den Menschen in Blatten, zum Berggebiet und damit auch zur Schweiz bekannt. Seit dem Fels- und Gletscherabbruch, der praktisch das ganze Dorf begraben hat, kamen rasch Forderungen auf, das Dorf im Lötschental aufzugeben. Die Bundespräsidentin machte am Freitag klar, dass sich der Bundesrat an sein Versprechen, den Menschen in Blatten zu helfen, halten werde. Die Eidgenossenschaft sei eine Schicksals- und Solidaritätsgemeinschaft.
Auch Rösti unterstrich, der Staat habe kein Interesse daran, dass sich die Berggebiete entvölkern. Der Bundesrat werde auch in der langen Frist alles dafür tun, dass die Menschen in Blatten dereinst selbst entscheiden können, ob und wo sie das Dorf wiedererrichten wollen. «Die Menschen von Blatten sollen wieder Hoffnung schöpfen, dort, wo es sicher ist, neu Wurzeln schlagen.»
Der Bundesrat schätzt die Schäden auf einen dreistelligen Millionenbereich, eine Person wird weiterhin vermisst. Die fünf Millionen sind als Soforthilfe für das Allernötigste gedacht, etwa für den Erwerb von Kleidern oder die Neueinrichtung einer Wohnung. Die Gemeindebehörde unter Präsident Matthias Bellwald wird eigenständig und bedingungslos über den Pauschalbetrag verfügen können.