Nestlé treibt den Verkauf eines Anteils an seinem europäischen Wassergeschäft voran und hat mehrere Finanzinvestoren in die nächste Bieterrunde geführt. Primärquelle sind mit dem Prozess vertraute Personen, die laut einem Bericht in der Financial Times festhalten, «CD&R, KKR und PAI» seien in der nächsten Runde. Die Unternehmen selbst wollten sich nach Angaben der Zeitung nicht äussern.
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Im Zentrum steht der Verkauf von 50 Prozent der Sparte, die Marken wie San Pellegrino, Perrier und Acqua Panna umfasst. Der Gesamtwert der Einheit könnte sich demnach auf rund fünf Milliarden Euro belaufen. Auch Platinum Equity hat Interesse signalisiert. Erste Angebote wurden bereits eingereicht.
Der geplante Teilverkauf ist Teil eines umfassenden Umbaus beim Schweizer Konzern. Seit dem Amtsantritt von CEO Philipp Navratil im September richtet Nestlé seine Struktur neu aus und fokussiert auf vier Kernbereiche: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung sowie Lebensmittel und Snacks. Parallel dazu trennt sich das Unternehmen von Randaktivitäten und sucht verstärkt nach Partnern aus dem Private-Equity-Sektor.
Die Restrukturierung geht mit tiefen Einschnitten einher. Nestlé hat den Abbau von 16.000 Stellen innerhalb von achtzehn Monaten angekündigt und prüft weitere Verkäufe, etwa im Bereich Vitamine und Nahrungsergänzung. Bereits 2021 hatte der Konzern sein Nordamerika-Wassergeschäft für rund vier Milliarden Dollar veräussert.
Der Schritt reiht sich in eine breitere Bewegung der Konsumgüterindustrie ein: Auch Konkurrenten wie Unilever prüfen Verkäufe schwächer wachsender Sparten, um Kapital in margenstärkere Bereiche umzuschichten. Der Ausgang des Bieterprozesses bei Nestlé dürfte damit Signalwirkung für weitere Deals haben.