Japan stellt im kommenden Jahr ein Rekordbudget für die Verteidigung bereit. Laut Haushaltsentwurf für das am 1. April 2026 beginnende Jahr sollen rund neun Billionen Yen (etwa 49 Milliarden Euro) in die Landesverteidigung fliessen – ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr. Dies berichtet die Japan Times. Ziel sei es, auf die wachsende militärische Stärke Chinas und die Bedrohung durch Nordkorea zu reagieren.
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Rund 100 Milliarden Yen sind demnach für ein neues Verteidigungssystem namens «Shield» vorgesehen, das die Küstenlinie und abgelegenen Inseln Japans vor Schiffen, U-Booten und Drohnen schützen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Drohnenabwehr.
Hintergrund der Aufrüstung sind die zunehmenden Spannungen mit China. Premierministerin Sanae Takaichi hatte im November erklärt, ein chinesischer Angriff auf Taiwan wäre für Japan eine «existenzbedrohende Situation». Peking reagierte mit scharfer Kritik, Reisewarnungen und Importverboten für japanische Meeresfrüchte.
Der Gesamtetat Japans erreicht mit 122,3 Billionen Yen ebenfalls einen Rekordwert. Neben den Verteidigungsausgaben steigen auch die Sozialkosten infolge der Alterung der Gesellschaft. Trotz hoher Steuereinnahmen muss die Regierung neue Staatsanleihen aufnehmen – die Verschuldung liegt bereits bei mehr als dem Doppelten des Bruttoinlandsprodukts.