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44 Prozent der Athleten dopen – ohne erwischt zu werden. Warum den Sport nicht freigeben für bisher verbotene Substanzen?

Aron D’Souza hat in dieser Woche einen grossen Auftritt in der Schweiz – am 7. «World Summit on Ethics and Leadership in Sports», das am Donnerstag im Basler Volkshaus über die Bühne geht. Der 40-jährige australisch-amerikanische Anwalt und Unternehmer verbreitet dort eine Botschaft, die den Spitzensport auf den Kopf stellen könnte – diejenige der «Enhanced Games», quasi einem Gegenentwurf der Olympischen Spiele, bei dem Doping und technische Hilfsmittel explizit erlaubt sind. Die ersten Spiele sollen vom 21. bis zum 24. Mai 2026 in Las Vegas stattfinden.

44 Prozent der Athleten dopen – ohne erwischt zu werden. Warum den Sport nicht freigeben für bisher verbotene Substanzen?

Im Videogespräch mit der Weltwoche bezeichnet D’Souza das Olympische Komitee (IOK) und die Weltantidopingagentur als «alte bürokratische Langweiler in Lausanne, die den Fortschritt behindern». Dass er mit seiner revolutionären Idee auf Widerstand stosse, liege in der Natur der Sache: «Die Taxis kämpfen gegen Uber, die Hotels gegen Airbnb. Das IOK kämpft gegen uns. Aber am Schluss gewinnt immer die bessere Technologie.»

D’Souza will mehr als nur das Sport-Establishment sprengen. Sein Ziel sei nicht weniger als die «Optimierung des Menschen» und «Menschen mit Superkräften auszustatten», um gegenüber künstlicher Intelligenz konkurrenzfähig zu bleiben. «Der Sport bremst die Technologie», sagt er und kann es nicht verstehen, weshalb man Regeln aufstellt, die dem Leistungsgedanken widersprechen.

Er bestreitet, dass Dopingverbote die Gesundheit schützen: «Wenn es dem IOK um öffentliche Gesundheit ginge, würde es kein Sponsoringgeld von McDonald’s und Coca-Cola annehmen.» Laut D’Souza dopen ohnehin viele – 44 Prozent der Athleten, so eine Studie – nur würden die meisten nicht erwischt.

Bei den Enhanced Games kann dies garantiert nicht geschehen – weil es kein Dopingverbot gibt. Dies galt auch für den griechischen Schwimmer Kristian Gkolomeev, der im vergangenen Februar den sechzehn Jahre alten Weltrekord über 50 Meter Freistil um 0,02 Sekunden verbesserte. Dafür kassierte er die Prämie von einer Million Dollar. «Im Gegensatz zum IOC bezahlen wir faire Löhne», sagt D’Souza.

Neben der gerechten Bezahlung bieten seine Spiele medizinische Betreuung und volle Versorgung, so der frühere Rugbyspieler und Radrennfahrer: «Unsere Athleten sind wie Premier-League-Spieler – wir kümmern uns um alles.»

Finanziert wird das Projekt unter anderem von Donald Trump Jr., dem saudischen Königshaus sowie Tech-Investoren. Von Fernsehverträgen hält D’Souza dagegen nichts: «Wir leben in einer Zeit, in dem sich die Menschen über Streamingdienste und soziale Medien informieren.» Noch mehr als auf die mediale Verbreitung seines Produkts setzt er aber auf den wissenschaftlichen Fortschritt: «Wir sind das Pharmaunternehmen. Unser Ziel ist es, Medikamente zu entwickeln – und Weltrekorde zu brechen und das Leben der Menschen zu verlängern.» Gehe es nach seinen Idealvorstellungen, würden schon bald 60-Jährige so schnell laufen wie Usain Bolt bei seinem 100-Meter-Weltrekord (9,58) 2009 in Berlin.

Im Fokus stehen bei den «Enhanced Games»-Kurzdistanz-Disziplinen mit Tiktok-Potenzial wie der 100-Meter-Lauf. «Uns geht es nicht ums IOK. Wir wollen zeigen, dass optimierte Menschen mehr erreichen können.» Und damit wollen D’Souza und seine Mitstreiter auch die Tiktok-Jugend begeistern.

Der Zuhörer schluckt leer und staunt – und stellt sich die eine gleichsam simple wie komplexe Frage: Ist Aron D’Souza der Mann, der endlich die Scheinheiligkeit aus dem Sport vertreibt? Oder wird er sich am Ende vorkommen wie Goethes Zauberlehrling – der die Geister, die er rief, nicht mehr loswurde?

Eine erste Antwort wird man im kommenden Mai erhalten – in der Casinometropole Las Vegas. Gespielt wird um einen hohen Einsatz.

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