Verteidigungsminister Boris Pistorius plant den grössten Kasernenbau seit Jahrzehnten. 270 neue Kompaniegebäude sollen ab 2027 auf bestehenden Bundeswehr-Liegenschaften errichtet werden – in Modulbauweise und mit hohem Tempo. Wie das Handelsblatt berichtet, bereitet der Bund dafür derzeit ein Vergabeverfahren im Umfang von rund 3,5 Milliarden Euro vor.
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Hintergrund ist der geplante personelle Aufwuchs der Truppe: Bis 2031 soll die Zahl der Soldatinnen und Soldaten von aktuell 183.000 auf 260.000 steigen, dazu eine Reserve von 200.000. Auch die Wehrpflicht soll de facto wiederbelebt werden – mit bis zu 40.000 Dienstleistenden jährlich. Das Ministerium sieht in der Infrastruktur den Schlüssel zum Umbau der Streitkräfte.
Das Bundesverteidigungsministerium greift für das Vorhaben auf Erfahrungen aus Auslandseinsätzen zurück. Beim sogenannten G-CAP-Modell werden Containerlösungen in Serie vorgefertigt, angeliefert und vor Ort zusammengesetzt. Dieses Prinzip soll nun auch im Inland angewendet werden. Kritiker bemängeln jedoch, dass es bislang an langfristigen Konzepten für Personal, Ausstattung und strategische Ziele fehlt. Die Gefahr: Milliarden werden verbaut, bevor klar ist, wie die neue Bundeswehr konkret aussehen soll.