Ein Jobcenter im Südwesten Deutschlands hat einem arbeitslosen Osteuropäer eine sechsmonatige Weiterbildung zum Busfahrer bewilligt – zu einem Preis von über 20.000 Euro. Wie die Bild-Zeitung berichtet, umfasst der Bescheid eine vollständige Kostenübernahme für den Führerschein der Klasse D, obwohl Experten von deutlich günstigeren Tarifen sprechen.
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Laut der Fahrschulrechnung belaufen sich die Ausgaben auf exakt 20.204,82 Euro. Fachleute aus der Branche geben an, dass ein Busführerschein normalerweise etwa die Hälfte kosten sollte. Die hohen Summen erklären sich laut einem Insider durch «eine sehr schwierige Klientel» mit hoher Unpünktlichkeit und mangelnder Motivation. Dies führe zu längeren Ausbildungszeiten und höheren Kosten, die vom Jobcenter und damit letztlich vom Steuerzahler getragen würden.
Der Betroffene, ein früherer Laborangestellter, lebt seit acht Jahren in Deutschland und möchte anonym bleiben. Er kritisiert die Ineffizienz der Massnahme: «Der Führerschein dauert viel länger als in einer privaten Fahrschule und kostet mehr.»
Statistische Daten zur Erfolgsquote der teuren Umschulungen fehlen. Die Bundesagentur für Arbeit verweist darauf, dass jährlich lediglich 200 bis 300 solcher Förderfälle erfasst würden. Dennoch sind die Jobcenter gehalten, sogenannte Bildungskontingente auszuschöpfen – andernfalls drohen Budgetkürzungen.