Der Bund investiert in den kommenden Jahren rund 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau des Hafens von Bremerhaven. Mit dem Geld soll laut Senatskanzlei Bremen ein «maritimer Logistik-Hub» mit strategischer Bedeutung für NATO und Bundeswehr entstehen. Im Jahr 2026 sind zunächst 150 Millionen Euro aus dem Verteidigungsetat vorgesehen, weitere 1,2 Milliarden Euro sollen zwischen 2027 und 2031 folgen. Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) sprach laut NDR von der höchsten Förderung, die der Bund je einem Projekt in Bremen gewährt habe.
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Der Hafen, seit Jahren Umschlagplatz für Militärgüter, soll militärisch modernisiert und zugleich als wirtschaftlicher Standort gestärkt werden. Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) erwartet positive Impulse für die Stadt und die Privatwirtschaft. Auch der Logistikdienstleister BLG Logistics rechnet mit einem Schub für Bremerhavens Rolle im europäischen Transportnetz. 2024 wurden dort etwa 1,3 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen.
In Hamburg stösst die Entscheidung auf Kritik. CDU-Fraktionschef Dennis Thering wirft dem rot-grünen Senat mangelndes Engagement vor und fordert mehr Einsatz für eine gleichberechtigte Beteiligung Hamburgs. Auch der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) mahnt an, dass künftig mehrere Standorte an Nord- und Ostsee in militärische Planungen einbezogen und gefördert werden müssten.
SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf hingegen kontert: Die CDU sei schnell mit Kritik, tue aber auf Bundesebene zu wenig für die norddeutschen Häfen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und maritime Koordinator Christoph Ploss verteidigte die Investitionen mit Verweis auf die Bedeutung leistungsfähiger Häfen für die Exportnation Deutschland.