Wieder einmal fantasieren Politiker und Aktivisten darüber, wie sie den Planeten doch noch retten können. Ungewöhnlich ist diesmal der Ort: In Belém, am Rande des Amazonas, werden dieser Tage 50.000 Menschen erwartet. Auf dem Programm steht der Klimagipfel COP 30.
Das Stelldichein der «Retter» der Welt steht jedoch unter schlechten Vorzeichen. In den vergangenen Monaten mussten riesige Strassen errichtet werden, damit die Teilnehmer jetzt unbeschwert durch das Amazonasgebiet reisen können. Eigens dafür wurden 100.000 Bäume im Herzen des Urwaldes gefällt.
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Die offizielle Schweiz hält das nicht davon ab, den weiten Weg nach Südamerika auf sich zu nehmen. Mehr als ein Dutzend Vertreter aus Bern nehmen am COP 30 teil. Darunter Beamte aus dem Umwelt-, dem Aussen-, dem Wirtschafts-, dem Innendepartement sowie Vertreter der Jugend, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Auch Bundesrat Albert Rösti wird in Brasilien erwartet.
Das Schweizer Team, angeführt von Botschafter Felix Wertli, jettet in der Economy-Klasse. Eine Ausnahme bildet Albert Rösti: Der Umweltminister hat den Bundesratsjet Bombardier Global 7500 für die Reise über den grossen Teich gewählt – und das nicht ganz ohne Fussabdruck.
Der «Palast der Lüfte», wie die Supermaschine mit Platz für neunzehn Personen auch genannt wird, stösst pro Stunde rund 5,4 Tonnen CO2 aus. Für den Umweltminister macht das bei einer konservativ geschätzten Reisezeit von mehr als zwanzig Stunden für Hin- und Rückflug mindestens 108 Tonnen aus. In Sachen CO2-Bilanz, munkeln Kritiker, gibt es für den SVP-Bundesrat noch ein wenig Luft nach oben.