102 Vergewaltigungen am Tag: Zahlen des deutschen Bundeskriminalamts zeigen Explosion des Verbrechens
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

102 Vergewaltigungen am Tag: Zahlen des deutschen Bundeskriminalamts zeigen Explosion des Verbrechens

Hat die Kriminalität in Deutschland zugenommen, wie im Wahlkampf von einigen Politikern immer wieder behauptet wird?

Eine Aufarbeitung der BKA-Statistik bestätigt dies leider.

Die BKA-Zahlen (Bundeskriminalamt) sind bis 2023 bekannt. Die Zahlen für 2024 werden erst nach den Wahlen publik werden.

Mit 5,52 Millionen vollendeten Straffällen aller Art im Jahr 2023 wurde der höchste Stand seit 2016 registriert. Die wachsende Verunsicherung der deutschen Bevölkerung wegen einer angestiegenen Kriminalität ist somit nicht unbegründet.

JULIAN STRATENSCHULTE / KEYSTONE
ARCHIV - 06
JULIAN STRATENSCHULTE / KEYSTONE

Die Zahl der Morde hat sich in Deutschland in den letzten Jahren zwar um 200 bis 250 pro Jahr stabilisiert. Die Zahl der Totschläge hat hingegen von 292 im Jahre 2014 zugenommen und lag 2023 bei 342.

Die Zahl der Körperverletzungen mit Todesfolge stabilisierte sich in den letzten Jahren bei rund 90 pro Jahr. Die Zahl der Körperverletzungen hat insgesamt jedoch ein Rekordhoch erreicht. Vor allem aber sind die Vergewaltigungen seit 2014 massiv von 6192 auf 37.124 angestiegen. Das sind 102 pro Tag!

Die Statistiken sind dennoch mit Vorsicht zu geniessen, denn bekanntlich gibt es inzwischen auch in Deutschland Stadtquartiere, wo die Clankriminalität weitverbreitet und die Aufklärungsquoten gering sind.

Auch die häusliche Gewalt ist möglicherweise stärker verbreitet als in den Zahlen reflektiert. Viele Frauen, insbesondere aus Einwanderungskreisen, fürchten sich vor polizeilichen Meldungen, weil sie negative Folgen in ihrem persönlichen Umfeld fürchten.

Viele Bürger melden Kleinverbrechen schon gar nicht mehr der Polizei, weil sie keine Hilfe mehr erwarten. Jedenfalls ist der Rückgang der Diebstähle aller Art von über 4 Millionen im Jahr 1993 auf nurmehr 1,8 Millionen nur schwer zu erklären. 2021 lagen sie sogar bei nur 1,3 Millionen, haben seitdem wieder deutlich zugenommen.

Der Rückgang der Diebstähle wurde somit durch andere Verbrechen mehr als kompensiert. Bemerkenswert ist der Anstieg der Rohheitsdelikte wie Raub und der Verbrechen gegen die persönliche Freiheit, die 2023 die den Allzeitrekordstand von 875.000 erreichten.

Dieser Tage ist eine Studie des Ifo-Instituts zum Thema Kriminalität mit dem Titel «Steigert Migration die Kriminalität?» erschienen. Vorerst stellt die Studie fest, dass Ausländer in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) überrepräsentiert sind.

Im Jahr 2023 kamen auf 1000 ausländische Einwohner 57 ausländische Tatverdächtige für Straftaten (ohne Aufenthaltsverstösse). Bei Deutschen waren es dagegen nur 19.

Selbst nach Abzug der Verdächtigen ohne deutschen Wohnsitz bleibt die ausländische Tatverdächtigenrate fast dreimal höher. Die Diskrepanz bestehe seit über einem Jahrzehnt – trotz rückläufiger Kriminalität.

Die Unterscheidung zwischen Deutschen und Ausländern dürfte wie in der Schweiz die Lage noch beschönigen, denn viele der Deutschen sind wohl auch eingebürgerte Verbrecher. Die Abnahme der Kriminalität lässt sich nicht genau nachweisen, denn die Statistik zeigt ja nur die vollendeten oder gemeldeten Verbrechen, die statistisch erfasst worden sind.

Die Entwicklung der Dunkelziffer oder die nicht registrierten Fälle ist nicht bekannt, weshalb die Behauptung «rückläufige Kriminalität» auf schwachen Füssen steht.

Umso erstaunlicher ist der Befund der Studie: «Die blosse Überrepräsentation von Ausländern in der Statistik belegt weder eine höhere Kriminalitätsneigung von Migranten noch steigende Kriminalität infolge von Zuwanderung.» Woher sind denn die Ausländer gekommen, wenn sie nicht eingewandert sind?

Die erste mögliche Erklärung des Ifo-Instituts für die überproportionale Häufung von Ausländern als Tatverdächtige seien allgemeine – also von der Nationalität unabhängige – demografische Risikofaktoren wie Geschlecht und Alter. Diese seien unter Ausländern stärker ausgeprägt. Die zweite mögliche Erklärung sei die Konzentration von Ausländern in Kreisen mit höherer Kriminalitätsdichte.

Diese Orte erhöhen das Täterrisiko für Einwohner unabhängig von der Nationalität, etwa aufgrund ihrer Infrastruktur, wirtschaftlichen Lage, Polizeipräsenz oder Bevölkerungsdichte. Die dritte Hypothese: Ausländer besässen eine höhere Kriminalitätsneigung im Vergleich zu (demografisch) ähnlichen Deutschen und würden daher überproportional als Tatverdächtige erfasst.

Diese Beweisführungen für die dreimal höhere Verbrechensrate der Ausländer sind nur schwerlich nachvollziehbar und überzeugen nicht. Wenn man die förmliche Explosion von Vergewaltigungen seit 2015 («Wir schaffen das») betrachtet, dann muss man die Schlussfolgerungen doch bezweifeln, dass Immigration nicht zu einer höheren Kriminalität führe.

In den zehn Jahren vor der Schleusenöffnung betrug die Zahl der Vergewaltigungen rund 6500, im Jahr 2023 über 37000.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.