Nach einem Volksentscheid muss Hamburg seine Klimaneutralität fünf Jahre früher erreichen – bereits bis 2040. Was aus Sicht von Klimaaktivisten als Sieg gilt, könnte laut Branchenvertretern fatale Konsequenzen für Wirtschaft und Tourismus haben, berichtet die Bild-Zeitung. Denn laut einem Gutachten der Umweltbehörde sind Tempo-30-Zonen flächendeckend erforderlich, um die neuen CO2-Zwischenziele zu erreichen. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) warnt sogar vor verpflichtenden Fahrverboten, sollten die Vorgaben verfehlt werden.
DANIEL BOCKWOLDT / KEYSTONE
«Wenn die verbindlichen Zwischenziele nicht erreicht werden, müssen verpflichtend Sofortprogramme (wie zum Beispiel Fahrverbote) ergriffen werden», erklärte HWWI-Direktor Michael Berlemann der Bild.
Betroffen wären nicht nur die Hamburger, sondern auch Urlauber auf dem Weg in den Norden. Schleswig-Holstein (SH), mit einem touristischen Jahresumsatz von 10,8 Milliarden Euro, schlägt Alarm. «Tourismus ohne An- und Abreise funktioniert nicht, weder für Hamburg noch für SH», warnt Peter Douven vom dortigen Tourismusverband. Zwangsmassnahmen im Verkehr bedeuteten «sicher Umsatzeinbussen».
Auch die Logistikbranche sorgt sich. «Hamburg ist für die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft von einzigartiger Bedeutung», sagt Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr. LKW-Umleitungen führten nicht nur zu mehr Emissionen, sondern gefährdeten die Belieferung ganzer Regionen.